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Prognose

Prediction Markets in Europa: Rechtslage 2026

Sind Prediction Markets in Europa legal? Überblick über die Rechtslage in Deutschland, Österreich, der Schweiz und der EU unter der MiCA-Verordnung 2026.

Lena Vogel
Redakteurin — Politische Märkte · · 2 min Lesezeit
✓ Geprüft · 📅 Aktualisiert 1. Mai 2026 · 2 min Lesezeit
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Kernaussage: Europas Regelwerk für Prediction Markets befindet sich in einer Transformationsphase. Die MiCA-Verordnung der EU schafft erstmals einen einheitlichen Regulierungsrahmen, allerdings hat bislang noch kein bedeutender Marktplatz eine vollständige EU-Lizenz vorweisen können. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bestehen voneinander abweichende Bestimmungen.

Wer in Europa an Prediction Markets teilnehmen möchte, trifft auf ein zersplittertes Regelwerk. Der folgende Überblick dokumentiert die gegenwärtige Lage in den bedeutendsten europäischen Jurisdiktionen — aktuell Mai 2026.

EU-Ebene: MiCA-Verordnung

Die Markets in Crypto-Assets (MiCA) Verordnung ist seit Dezember 2024 in vollem Umfang gültig. Sie erfasst Prediction Markets, die auf Krypto-Token basieren:

  • Betreiber müssen sich als Crypto-Asset Service Provider (CASP) registrieren lassen
  • Anleger- und Verbraucherschutzmaßnahmen, Anti-Geldwäsche-Compliance und Kapitalausstattungsregeln sind obligatorisch
  • Die jeweilige nationale Aufsichtsbehörde (BaFin in Deutschland, FMA in Österreich) trägt die Verantwortung

Gegenwärtig hat noch keine führende Prediction-Market-Plattform eine vollständige MiCA-Zulassung erhalten. Verschiedene Genehmigungsverfahren sind aber in Frankreich und Deutschland in Bearbeitung.

Deutschland

Das deutsche Regelungsumfeld erweist sich als besonders vielschichtig, da zwei unterschiedliche Aufsichtsregime relevant sind:

  • Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) — sollten Prediction Markets als Glücksspiel klassifiziert werden, ist eine deutsche Glücksspiellizenz erforderlich. Kein internationaler Prediction-Market-Anbieter verfügt über eine solche Genehmigung
  • Finanzaufsichtsrecht (BaFin) — werden die Märkte als Finanzinstrumente behandelt, fallen sie unter das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) und benötigen eine BaFin-Erlaubnis

Für eine umfassende Betrachtung der deutschen Rechtslage verweisen wir auf unseren Beitrag Polymarket in Deutschland.

Österreich

Österreich orientiert sich im Wesentlichen an den EU-Vorgaben. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat Prediction Markets bislang nicht durch spezifische Regelungen adressiert. Das österreichische Glücksspielgesetz (GSpG) könnte hingegen Anwendung finden, falls Prediction Markets als Glücksspiel eingeordnet werden.

Schweiz

Die Schweiz gehört nicht zur Europäischen Union und unterliegt daher nicht der MiCA-Verordnung. Die FINMA (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht) hat Regelungen mit DeFi-freundlicher Ausrichtung geschaffen, unter denen Prediction Markets möglicherweise als neuartige Finanzdienstleistungen behandelt werden könnten. Das Schweizer Geldspielgesetz (BGS) aus 2019 unterwirft Online-Glücksspiel strengen Kontrollen, sieht aber Ausnahmen für bestimmte Finanzprodukte vor.

Ländervergleich

Land Status Regulierer Steuerpflicht
DeutschlandGrauzoneBaFin / GlüStVJa (§ 22/23 EStG)
ÖsterreichGrauzoneFMA / GSpGJa (KESt 27,5%)
SchweizTendenziell erlaubtFINMA / ESBKKantonal verschieden
FrankreichEingeschränktANJ / AMFJa (flat tax 30%)
NiederlandeGrauzoneKSA / AFMJa (Box 3)

Ausblick

Die europäische Aufsichtslandschaft wird sich in den kommenden Jahren weiter konkretisieren und präzisieren. Für aktive Marktteilnehmer empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Alle Transaktionen und Gewinne sorgfältig dokumentieren, professionelle Steuerberatung in Anspruch nehmen und ausschließlich auf regulierten Plattformen aktiv werden. Weitere Informationen zur steuerlichen Behandlung in Deutschland finden Sie in unserem Steuer-Ratgeber.

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Lena Vogel
Redakteurin — Politische Märkte

Lena verfolgt politische Prognosemärkte und Wahl-Forecasting seit der US-Wahl 2020. Schwerpunkt: deutsche Bundes- und Landeswahlen, EU-Geopolitik, Polit-Kalender.